Geschichte des Vereines


Gestern Ruine, heute Juwel der niederbayerischen Klosterlandschaft

Das ehemalige, 1803 aufgehobene, Benediktinerkloster Asbach blickt auf eine Geschichte von mehr als 850 Jahren zurück. Die Folgen der Säkularisation sind in ganz Bayern noch heute spürbar und werden immer wieder wissenschaftlich unter den verschiedensten Aspekten untersucht.

Die barocken Abteigebäude kamen in private Hände, wurden teilweise abgerissen, dann landwirtschaftlich als Stallungen und Scheune genutzt. Der Verfall schien unaufhaltsam. Die hervorragende künstlerische Ausstattung der früheren Abtei, auch ihrer Bibiliothek, ist aus dem noch vorhandenen Säkularisationsprotokoll mit einer getrennten Inventaraufstellung für fast alle Räume zu ersehen. Tafelbilder, Deckenfresken von Johann Jakob Zeiller, Stuck von Johann Baptist Modler und Giovanni Battista Carlone sind erhalten, ihr Bestand gesichert und teilweise restauriert.



Gründung des Kulturkreises Kloster Asbach e.V.

Die Idee Kloster Asbach zu retten, ist im Jahre 1973 entstanden. Dieses Datum fällt zusammen mit dem Erlass des Denkmalschutzgesetzes in Bayern. Der mit diesem Gesetz geschaffenen Entschädigungsfonds für die Restaurierung und Erhaltung von gefährdeten Baudenkmälern sollte die Grundlage sein für die Restaurierung bzw. den Wiederaufbau der alten Abtei. Am Anfang der Restaurierung stand Dr. Armin Leebmann, ein kunstbegeisterter und heimatliebender Steuerberater, der vom Bürgermeister der Marktgemeinde Rotthalmünster, Josef Schimpfhauser, gebeten wurde, sich des verfallenen Klosters anzunehmen. Das zur Ruine herabgekommene Kloster war nicht zugänglich und im übrigen wurde in der Öffentlichkeit und in der spärlichen Literatur über dieses fast vergessene Kloster nur berichtet, dass es unwiederbringlich dem schleichenden Verfall preisgegeben sei. Obwohl Dr. Leebmann in der gleichen Gemeinde lebt, in welcher das Kloster angesiedelt ist, war es ihm fast unbekannt. Sein nunmehr gewecktes Interesse kam sicherlich aus der benediktinischen Erziehung in der Abtei Metten im Bayerischen Wald wo der Grundstein für das Verständnis und die Achtung vor den großen Kulturgütern der niederbayerischen Kirchen- und Klosterlandschaft gelegt wurde. Aus dieser Einstellung heraus fasste er den Entschluss, Kloster Asbach zu retten.

Viele persönliche Gespräche Der erste Schritt war der private Ankauf der Klosterruine, um den bereits geplanten Abriss der Anlage zu verhindern. Teile des Klosters waren bedauerlicherweise bereits vor Jahren verkauft und unter Zerstörung historischer Substanz als gewerblicher Betrieb einer Metzgerei ausgebaut. Ein weiterer wichtiger Schritt war, private Freunde für die Idee der Erhaltung der Klosteranlage zu begeistern. Bereits am 01. September 1976 besiegelten 9 Gründungsmitglieder die Geburtsstunde des Kulturkreises Kloster Asbach e.V. und damit die aktive Bereitschaft, die Restaurierung zu realisieren. Diese einstmals wertvollste Barockabtei Niederbayerns mit Resten aus Romanik und Gotik durfte unter keinen Umständen ein Elendsfall der Denkmalpflege werden.

In den nun folgenden Jahren mussten Öffentlichkeit und staatliche Stellen von der Restaurierungsidee als Aufgabe überzeugt werden. In wiederholten Pressekampagnen wurden die Sünden der Vergangenheit angeprangert und die Machbarkeit und Notwendigkeit der Restaurierung aufgezeigt.



Dr. Leebmann gelang es durch viele persönliche Gespräche vor Ort, Freunde und Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Wirtschaft von nah und fern als Mitglieder für den Kulturkreis zu gewinnen. Diese Persönlichkeiten waren Gewähr dafür, dass für die Restaurierung neben hervorragenden Fachleuten und Beratern auch finanzielle Förderer und Gönner zur Verfügung standen. Trotz großer Widerstände überzeugten letztendlich seine Argumente, dass nicht nur die Restaurierung das Ziel des Kulturkreises sei, sondern auch die Gewährleistung einer wirtschaftlichen Nutzung. Der glückliche Zufall, dass Kloster Asbach im Mittelpunkt zwischen den drei Bädern Bad Füssing, Bad Griesbach und Bad Birnbach liegt, kam der Idee gelegen, Kloster Asbach als Kulturzentrum für das Bäderdreieck auszubauen. Die Kommunal- und Landespolitiker waren zu überzeugen, dass damit eine Maßnahme zur Verbesserung der Infrastruktur im Bäderdreieck ergriffen werde. Dieses Ziel wurde dann auch erreicht mit der Errichtung eines Zweigmuseums des Bayerischen Nationalmuseums, sowie der Organisation von laufenden Ausstellungen und Konzerten durch den Kulturkreis Kloster Asbach und den Landkreis Passau.

Die Renovierung der Klosteranlage

Entscheidend für das Gelingen der Restaurierung von Kloster Asbach war die intensive denkmalpflegerische Beratung und Betreuung durch das Landesamt für Denkmalpflege in München, war die Planung und Ausführung durch die Architekten Hanns Egon Wörlen und Alois Messmer, Passau, in Zusammenarbeit mit der Baufirma Capellaro aus Sulzbach und dem in alter Bautechnik erfahrenen Polier und Bauleiter Hans Pawlitschko, Karpfham. Nachdem das Kloster weitgehend zerstört war, musste anhand einer exakten Bauaufnahme und aufbauend auf der noch vorhanden Bausubstanz das bereits Zerstörte rekonstruiert werden. Festzustellen ist heute, dass die am Wiederaufbau und an der Restaurierung von Kloster Asbach beteiligten Denkmalpfleger, Architekten und Handwerker ein Meisterwerk geschafften haben, wobei besonders zu bewundern ist, dass dies in einer sehr kurzen Zeit erfolgte. Im Juli 1978 wurde mit den Entrümpelungs- und Sanierungsarbeiten begonnen – schon im Jahre 1983 konnte ein Großteil der restaurierten Räumlichkeiten dem Bayerischen Nationalmuseum zum Aufbau einer Zweiggalerie überlassen werden. Es war für den Kulturkreis ein einmaliges Erlebnis, als der bayerische Kultusminister Prof. Dr. Hans Maier im Juli 1984 das Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums in Kloster Asbach feierlich eröffnete. Jetzt ist in dem einst verfallenen Kloster das Museum aufgenommen, sind wertvolle Epitaphien aus dem Besitz der Kirchenstiftung – lange als Bodenbelag benutzt – im wiedererstellten Kreuzgang aufgestellt und so der Öffentlichkeit zugänglich. Das Bayerische Nationalmuseum hat im Erdgeschoss eine wertvolle Sammlung von Abgüssen berühmter mittelalterlicher Bildwerke ausgestellt. Die damit gegebene Möglichkeit in einem Haus eine Auswahl von Bildwerken aus ganz Altbayern zu sehen , ist einmalig. Im 1. Stock entstand ein festlicher Saal als Begegnungs-, Musik-, Vortrags- und Ausstellungsraum. Für Einheimische und Kurgäste ist das Kulturzentrum Kloster Asbach zwischenzeitlich ein fester Begriff geworden und erfreut sich jährlich steigender Besucherzahlen.

Aller guter Wille, alles Arbeiten und Planen wäre aber ohne Erfolg gewesen, wenn die finanziellen Mittel für die Restaurierung nicht zur Verfügung gestanden hätten. Das Spendenaufkommen aus den Reihen der Mitglieder sowie die Zuwendungen von Landkreis und Gemeinde – so beachtlich diese sind – hätten allein niemals ausgereicht, um das große Werk der Klostersanierung zu Ende zu führen. Die maßgeblichen Finanzierungsmittel sind aus dem Entschädigungsfond des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus geflossen, des weiteren aus den Mitteln der Bayerischen Landesstiftung; eine ganz besondere Rolle bei der Restaurierung in Asbach haben dort jedoch die Mittel der Bundesanstalt für Arbeit gespielt, wobei diese Mittel seit 1978 regelmäßig zur Verfügung gestanden haben. Vom zuständigen Arbeitsamt Passau konnte dem Kulturkreis Kloster Asbach bestätigt werden, dass die für die Restaurierung eingesetzten Mittel im Rahmen der ABM-Maßnahme vorbildlich verwendet wurden.

Gerade in schwierigen und kritischen Situationen, die bei der Restaurierung immer wieder aufgetreten sind, war es eine große Hilfe, dass alle Beteiligten das notwendige Verständnis und Entgegenkommen aufgebracht haben. Der Nachbar Ritzer stimmt der Verlegung eines Durchgangs, Pfarrer und Ordinariat der Verlegung des Pfarrgartens und mancher Dienstbarkeit zu. Unterstützt und bestärkt hat aber auch das Bewusstsein, dass mit der Restaurierung von Kloster Asbach ein besonders wertvolles Baudenkmal für die Nachwelt gerettet werden konnte. Dankbar wurde empfunden, daß das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultur mit der Errichtung eines Zweigmuseums des Bayerischen Nationalmuseums in Kloster Asbach die Arbeit der Initiatoren in besonderem Maße gewürdigt hat. Es kann viel erreicht werden, wenn hohe Ziele und große Aufgaben Menschen dafür begeistern, Freizeit, Arbeitszeit und Geld zu opfern. Auch wenn es in den ersten Jahren der Restaurierung manchmal sinnlos erschien, das Werk angefangen zu haben, und man versucht war, aufzugeben, so stand doch immer im Vordergrund die Verpflichtung, das Begonnene zu Ende zu führen sowie die Verantwortung gegenüber den Menschen, die man in die Aufgabe mit hineingezogen hatte. Es sei zugegeben, dass mit der teilweisen Fertigstellung des Objektes und der Übergabe der Räumlichkeiten an das Bayerische Nationalmuseum ein großer Verantwortungsdruck gewichen ist. Das Bewusstsein, dass nicht nur die Substanzsicherung abgeschlossen ist, sondern dass zwischenzeitlich das Kloster lebt, gibt neue Kraft zur Fortsetzung der noch erforderlichen Restaurierungsarbeiten.



Kulturelles Zentrum im Bäderdreieck

Seit 1984 finden regelmäßig Sonderausstellungen, Lesungen, Kurse und Klosterkonzerte unter wechselnder Organisation von Kulturkreis Kloster Asbach e.V. , Landkreis Passau und Bayerischem Nationalmuseum statt. Unter der fachkundigen Beratung von Architekt Hanns Egon Wörlen, Passau, bei Auswahl und Konzeption der Kunst-Ausstellungen hat der Kulturkreis Kloster Asbach e.V. das Kloster Asbach zu einem überregional bedeutenden Ausstellungszentrum für zeitgenössische Kunst entwickelt. 1993 hat das Kulturreferat des Landkreises Passau diese Aufgabe maßgeblich übernommen und mit hochkarätigen Ausstellungen die Bekanntheit von Kloster Asbach gesteigert.

Das erste Konzert in Asbach fand am 18. Mai 1985 unter der Leitung von Toni Daumerlang statt. Es folgten eine Vielzahl unvergesslicher Konzerte in der akustisch wohl einmaligen Cuvilliès-Kirche und im Musiksaal mit jungen Musikern und Künstlern von Weltruf. Kloster Asbach ist Veranstaltungsort der Europäischen Wochen, Passau. In besonderer Erinnerung sind uns die geistlichen Konzerte der Niederaltaicher Scholaren mit Musikwerken, die in Kloster Asbach vor der Säkularisation entstanden sind, unter der Leitung des Musikologen und Musikforschers Dr. Konrad Ruhland. Der Kulturkreis Kloster Asbach e.V. hat heute 260 Mitglieder. Wir suchen weiterhin Freunde und Förderer. Was in Asbach bisher geschaffen wurde, ist fast ein Wunder, das entstanden ist aus der Zusammenarbeit von Idealisten mit zielstrebigen Unternehmern, die es verstanden haben, die Gelder der privaten Spender und der öffentlichen Hand sinnvoll einzusetzen. Der Kulturkreis Kloster Asbach hat viel erreicht, er hat aber in den kommen Jahren noch viel zu tun. Die Sanierung des Bauwerks ist abgeschlossen, jedoch wartet in der nächsten Zeit noch viel Arbeit auf die Kirchenmaler an den Fresken von Johann Jakob Zeiller. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Sicherstellung des laufenden Unterhaltes der Anlage. Es gibt das Gedächtnis einer Nation, vorhanden in Kirchen, Burgen, Klöstern, Schlössern, Plätzen, Bauernhäusern, Museen und Bibliotheken. Es ist wertvoll für die Beheimatung der Menschen, Vergesslichkeit ist immer, gerade hier, eine Gefahr.